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In der Ostsee schwinden die Heringe: Wissenschaftler diagnostizieren einen rapiden Rückgang des Heringsbestandes. Ministerin Aigner fordert eine Sünderdatei für illegalen Fischfang. Doch es gibt noch weitere Vorschläge, um die Entwicklung zu stoppen. Rostock - In der Ostsee schwimmen immer weniger Heringe. "Der Bestand geht runter, und zwar rapide", sagt Cornelius Hammer vom Institut für Ostseefischerei. Hauptursache sei, dass die Fische weniger Nachwuchs produziert hätten. Um den Bestand einigemaßen zu sichern, müsse die gesamte Fangmenge bis 2015 um 36 Prozent sinken, fordert Hammer.
Das Institut für Ostseefischerei fürchtet allerdings, dass die EU-Kommission die Fangmenge voraussichtlich nur um 29 Prozent reduzieren wird. Das Problem: In Europa gibt es viel zu viele Fischerboote - nach einer Berechnung des Umweltbundesamtes müsste jedes zweite von ihnen stillgelegt werden.
Angesichts eines dramatischen Schwundes beim Hering will sich Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) für einen besseren Schutz der Bestände einsetzen. "Das größte Problem sehen wir beim Heringsbestand in der westlichen Ostsee", sagte Aigner am Montag beim Besuch des Instituts für Ostseefischerei in Rostock.
Geschrieben von: Dr. David Völker - Institut für Geologie d. Freien Universität Berlin/Manfred Siedler - Aqua-Globe Magazine
Donnerstag, den 08. Dezember 2005 um 16:07 Uhr
Die Ostsee ist von Landmassen umgeben und steht nur über das Kattegat in Verbindung zu den Weltmeeren bzw. der Nordsee. Es wird daher auch als riesiger Fjord betrachtet. Die Ostsee ist insgesamt relativ flach (mittlere Tiefe 50 m), es gibt jedoch einzelne tiefe Tröge bis...
Der Rostocker Biologe Ronny Marquardt, Doktorand des Instituts für Biowissenschaften der Universität Rostock untersucht mit seinen Kollegen, wie die Ostsee sich seit der Industrialisierung um 1850 verändert hat. „Viele Nährstoffe sind durch Dünger und kommunale Abwässer in die Ostsee eingeleitet worden. Das hat dazu geführt, dass vor allem in den Küstengewässern die Wasserpflanzen zurückgegangen sind und die Algenbildung zugenommen hat“, sagt Marquardt. Jetzt sollen Gegenstrategien gefunden werden. Dabei spielen die Armleuchteralgen (Characeen) als Gewässerreiniger eine herausragende Rolle. Die Nährstoffablagerungen in der Ostsee deutlich zu reduzieren, wird aber noch Jahrhunderte dauern.
„Die Nährstoffbelastung in den Küstengewässern ist heute deutlich höher als vor 150 Jahren“, sagt der Rostocker Biologe. Um 1900 habe man etwa 20 Meter.......
Geschrieben von: Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde / Aqua-Globe Magazine
Dienstag, den 27. Juli 2010 um 07:11 Uhr
Eine internationale Gruppe von Meereschemikern, marinen Mikrobiologen und Meeresgeologen wird am 31. Juli unter Leitung des Warnemünder Meereschemikers Prof. Dr. Gregor Rehder an Bord des Forschungsschiffes Maria S. Merian von Rostock aus eine Forschungsexpedition in der Ostsee durchführen. Im Fokus der Untersuchungen stehen Methan-Vorkommen in Ostseesedimenten.
Methan ist ein gefährliches Klimagas. Seine Wirksamkeit übertrifft die des Kohlenstoffdioxids über einen Zeitraum von 100 Jahren betrachtet um das 23-fache. Wissenschaftler sind daher weltweit auf der Suche nach aktuellen und potenziellen Methanquellen. Die Merian-Expedition MSM 16/1 wird sich den Methangas-Vorkommen in den Ostsee-Sedimenten widmen. Neben der Erfassung des aktuellen Eintrags von Methan in das Ostseewasser und in die Atmosphäre geht es vor allem um den potenziellen Eintrag – um mögliche Veränderungen der Methan-Lagerstätten durch Erhöhung der Wassertemperatur bei fortschreitender Eutrophierung.
Der Boden der Ostsee ist prädestiniert für die Bildung von Methan.........
In der Ostsee hat sich ein riesiger Algenfilm gebildet, der sich über 1600 km in der Länge und 190 km in der Breite erstreckt. Rund 377.000 Quadratkilometer der Wasseroberfläche in der Ostsee sind derzeit von einer Schicht aus Blaualgen bedeckt. Der aktuelle Algenfilm ist der größte, der seit 2005 in der Ostsee beobachtet wurde. Nach Ansicht des WWF tragen die Algenblüten wie in diesem Jahr zur Verschärfung der immensen Sauerstoffprobleme der Ostsee bei. Die Schicht aus Blaualgen zieht sich derzeit von Finnland bis in die Pommersche Bucht und nordwestlich von Rügen hin. In den deutschen Küstengewässern sind besonders das Achterwasser/Oderhaff und der Strelasund betroffen.
„Hohe Temperaturen, wenig Wind und ein überdüngtes Meer – das sind perfekte Bedingungen für Algenwuchs“ erläutert Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros. Algenblüte sei eigentlich ein natürliches Phänomen. Aufgrund des hohen Nährstoffgehalts in der Ostsee vermehrten sich die Algen jedoch explosionsartig. „Riesige Algenteppiche schaden in erster Linie........
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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 29. Juli 2010 um 12:21 Uhr
In den 1980er Jahren wurde die amerikanische Rippenqualle Mnemiopsis leidyi ins Schwarze Meer eingeschleppt und veränderte das dortige Ökosystem massiv. 2006 wurde die Art erstmals auch in der Ostsee entdeckt. Forscher des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) konnten jetzt nachweisen, dass beide Invasionen unabhängig voneinander abliefen. Das stützt die These von einer künstlichen Verbreitung im Ballastwasser von Handelsschiffen. Die entsprechende Studie erscheint in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Molecular Ecology“.
Ihre Heimat ist eigentlich die amerikanische Ostküste, doch richtig berühmt wurde die Rippenqualle Mnemiopsis leidyi erst diesseits des Atlantiks. In den 1980er Jahren gelangte sie wahrscheinlich im Ballastwasser von Frachtschiffen ins Schwarze und dann ins Kaspische Meer. Dort vermehrte sie sich massenhaft und veränderte beide Ökosysteme massiv. Unter anderem brachen die Sardellen-Bestände in der Region zusammen, eine ganze Fischerei-Industrie verlor die wirtschaftliche Grundlage. 2006 wiesen Kieler Biologen Mnemiopsis leidyi schließlich auch in der Ostsee nach, kurze Zeit später entdeckten Forscher sie in der Nordsee. Doch zunächst blieb unklar, wie die Rippenqualle hierher gekommen war. Eine neue Studie von Wissenschaftlern des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) zeigt nun: Die Invasion von Nord- und Ostsee ist eine ganz eigene.......
Der Wissenschaftliche Rat zur Erforschung der Meere (ICES) hat heute seine Bilanz zum Zustand der Fischbestände in der Ostsee und seine Fangempfehlungen für das Jahr 2011 veröffentlicht. Nach Ansicht des WWF signalisieren die Zahlen des ICES vor allem eines: Es gibt keine Entwarnung für die Ostseefische. Einer klaren Erholung für den östlichen Dorschbestand steht eine erneute, drastische Verschlechterung der Bestände von Hering und Sprotte gegenüber.
Seit 2006 ist der östliche Bestand des Dorsches in der Ostsee auf das Dreifache angewachsen. Die Gründe für die erfreuliche Entwicklung sind ein wirkungsvoller Wiederaufbauplan seit 2007, eine Verkleinerung der Fangflotte sowie eine konsequente Eindämmung der illegalen Fischerei von über 40 Prozent auf nun 10 Prozent innerhalb von drei Jahren. Um den Erfolgstrend auch langfristig für die Fischerei zu sichern, fordert der WWF die Einhaltung des EU-Wiederaufbauplans auch für das kommende Jahr. „Die Fischereiminister müssen trotz der guten Prognosen für den Dorsch die Fangquoten mit Bedacht festlegen und dem Plan folgen“ fordert Karoline Schacht, Fischereiexpertin des WWF. „Die Jungfische aus den vielversprechenden Jahrgängen 2006 und 2007........
Die Ostseepipeline wird wesentlich umweltverträglicher gebaut als ursprünglich geplant. Die Umweltorganisationen BUND und WWF konnten eine Reihe von entscheidenden ökologischen Nachbesserungen gegenüber der Nord Stream AG durchsetzen. Die Betreiber garantieren, zusätzliche Naturschutzmaßnahmen beim Bau der Erdgasleitung umzusetzen. Dazu gehört u.a. die Änderung des Baggerkonzeptes. Zudem werden die Gelder für Kompensationsmaßnahmen für Naturschutz und deren Unterhaltung um mehr als zehn Millionen Euro aufgestockt. Im Gegenzug stellen BUND und WWF die Rechtsverfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss ein und verzichten damit auf einen möglichen Baustopp.
„Die Einigung ist ein bahnbrechender Erfolg für den Schutz der Ostsee“, freut sich Jochen Lamp, Leiter des Ostseebüros des WWF Deutschland. Die Umweltverbände konnten Nord Stream dazu verpflichten, die Eingriffe in den Greifswalder Bodden beim Bau der Pipeline erheblich zu mindern. So wird der schlickreiche Mergelboden nun nicht mehr ins Meer gekippt, sondern an Land gebracht oder als Baumaterial verwendet. Dadurch wird eine unnötige Wasserverschmutzung vermieden, die ein Absterben von Meereslebewesen zur Folge gehabt hätte. Dies kommt unter anderem dem Heringslaich zugute. Zudem schloss das Unternehmen einen Vertrag.......
WWF Deutschland und BUND haben gegen die Genehmigung der Ostseepipeline durch die deutschen Behörden fristgerecht Klage eingereicht. Die Umweltverbände fordern eine Aufhebung des Planfeststellungsbeschluss, den das Bergamt Stralsund im Dezember 2009 erteilt hat. Die Ostsee werde durch die geplanten Eingriffe des Pipelineprojekts weitaus stärker belastet als im Beschluss dargestellt. Die vorgesehenen Kompensationsmaßnahmen durch den Pipeline-Betreiber Nord Stream sind nach Ansicht der Umweltverbände unzureichend.
Die für den deutschen Küstenbereich festgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen für etwa 40% der Eingriffe kosten etwa 7 Millionen Euro. Für die fehlenden 60%......
Anlässlich des heute in Helsinki stattfindenden „Baltic Sea Action Summit“ der Anrainerstaaten fordert der WWF die Bundesregierung auf, ihre Versprechungen zum Schutz der Ostsee endlich umzusetzen. Zu den dringendsten und einfach realisierbaren Maßnahmen gehören nach Ansicht des WWF die Ratifizierung der Ballastwasser Konvention sowie die Verpflichtung der Häfen, adäquate Entsorgungsanlagen für Schiffsabwässer bereit zu stellen.
Der WWF begrüßt den Gipfel der Regierungsvertreter aus den Ostseestaaten. Dies sei eine Chance, die bereits 2009 durch die EU Kommission vereinbarte Ostseestrategie zügig in Kraft zu setzen „Gute Absichten und vollmundige Versprechen retten die Ostsee nicht, es müssen Taten folgen.“ sagte Jochen Lamp, Ostsee-Experte des WWF. „Die Ratifizierung der Ballastwasserkonvention durch die Bundesregierung wäre ein ganz simpler Schritt, der bislang grundlos aufgeschoben wird – während das Gleichgewicht der Ostsee kippt“. Rund 7.000 Arten reisen täglich im Ballastwasser.......
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. Februar 2010 um 17:13 Uhr